Im Jahr der olympischen Spiele in Tokyo, wo Karate als dritte asiatische Kampfsportart mit dem Bereich der Kata (Bewegungsformen) und Kumite (Partnerkampf) vertreten sein sollte, hatte die World Matsubayahsi Ryu Karate Do Association (WMKA) ebenfalls ein großes Karateseminar mit einem Zusammenkommen aller im Verband vertretenen Vereinen und deren Delegationen geplant. Auch einige Mitglieder des OTV –Dojos wollten nach Okinawa (Japan) zu diesem Großereignis reisen. die Corona-Pandemie hat diese Planungen über den Haufen geworfen

„Das letzte Weltseminar war 2012, damals waren wir noch im Verbandsaufnahmeprozess und hatten die Teilnahmezulassung noch nicht,“ erzählt Cheftrainerin Jeannette Prescher. „Anfang des Jahres haben wir dann mit unserer jährlichen Dojo-Lizensierung die Einladung zu diesem Großereignis erhalten. Die Freude darüber war damals natürlich groß,“ erinnert sich Trainer Frank Stigler. „Schließlich trifft man nicht alle Tage auf Karateka aus der ganzen Welt und trainiert zusammen. Die Aussicht im Ursprungsland, unseren Sport hautnah zu erleben, gab uns einen totalen Motivationsschub. Alle Planungen liefen auch darauf hinaus, dass Einige die Chance nutzen wollten, um ihre Schwarzgurtprüfung abzulegen. Dies ist schon etwas sehr Besonderes für uns Karate-Praktizierende, man kann es mit dem Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Studiums vergleichen, wobei das Studium des Karate ein ganzes Leben andauert,“ erzählt Stigler weiter.

Da aber das  Internationale Olympische Komitee (IOC) vor kurzem die olympischen Spiele 2020 abgesagt bzw. auf 2021 verschoben hat, wurde nun mit großem Bedauern auch das Welt-Karate-Seminar durch den WMKA-Präsidenten Yoshitaka Taira (Hanshi, 10. Dan) ebenfalls verschoben. Die weltweite Pandemie zwinge die Veranstalter zu diesem Schritt, hieß es in dem Absageschreiben.

„Auch wenn wir jetzt traurig über die Absage sind, so ist es doch der richtige Schritt von der WMKA,“ sagt Meisterin Jeannette Prescher. „Die Gesundheit aller ist wichtig, schließlich wollen wir noch lange unseren Sport ausüben und das bei bester Gesundheit. Auf ein Jahr mehr oder weniger kommt es nicht an, wir müssen uns in Geduld üben und Rücksicht nehmen.“

Auch der 16-jährige Phillip Prescher, wollte mit nach Okinawa reisen, doch nun muss auch er sich in Geduld üben. „Es wäre so perfekt gewesen. Die Reise hat genau in die Herbstferien gepasst und ich wollte so gern das Shuri Viertel und das Shurei-mon sehen,“ erzählt er traurig.

Das Shuri-Viertel ist ein Stadteil Nahas – der größten Stadt Okinawas. In dem Viertel befindet sich auch das von der UNESCO im Jahr 2000 aufgenommene Weltkulturerbe –  die Shuri Burg.

Modell von Palast der Shuri-Burg auf Okinawa
Modell der Shuri Burg
Eingangstor zur Shuri Burg auf Okinawa
Eingangstor zu Burg Shuri

Das Shurei-mon ist das Eingangstor zu dieser Burg und wurde im 16. Jahrhundert erbaut und während des 2. Weltkrieges zerstört.

Heute ist das Tor eine originalgetreue Rekonstruktion aus dem Jahr 1958 und bildet das Wahrzeichen, der im Oktober letzten Jahres abgebrannten Burg Shuri.

Für alle, die neugierig geworden sind, was unsere Karateka auf Okinawa erwartet hätte, denen legen wir den Bericht von „Grenzenlos – die Welt entdecken“ ans Herz. Den Bericht über Okinawa findet ihr unter folgenden Link: „Grenzenlos: Okinawa“

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